Wolfsnachwuchs in Deutschland

Vie­le Tie­re, die einst in Deutsch­land hei­misch waren, sind inzwi­schen (fast) aus­ge­stor­ben, ste­hen auf der Roten Lis­te und/oder sind zumin­dest in unse­rer Hei­mat nicht mehr vor­han­den. Die Grün­de dafür sind viel­fäl­tig. Da ist es doch über­aus erfreu­lich, wenn sich eine Tier­art ganz lang­sam wie­der hier ansie­delt: der Wolf.

Wolfsnachwuchs in Deutschland

Wie das Nie­der­säch­si­sche Minis­te­ri­um für Umwelt, Ener­gie und Kli­ma­schutz jüngst mit­ge­teilt hat, sind in Nie­der­sach­sen drei Wolfs­wel­pen ent­deckt wor­den. Auf dem Trup­pen­übungs­platz Muns­ter in der Lüne­bur­ger Hei­de sind einem Mit­ar­bei­ter des Bun­des­forst­be­triebs Lüne­bur­ger Hei­de die Tie­re auf einem Wald­weg ent­ge­gen­ge­lau­fen. Dank der Geis­tes­ge­gen­ward des Mit­ar­bei­ters exis­tie­ren eini­ge Video­auf­nah­men von den Wel­pen. Lei­der han­delt es sich um drei kur­ze, etwas ver­wa­ckel­te Video­se­quen­zen, die mit dem Han­dy­vi­deo fest­ge­hal­ten wor­den sind. Das wäre mit einer Lei­ca nicht pas­siert. Aber trotz Allem ist es mög­lich gewe­sen, die Tie­re ein­deu­tig als Wöl­fe zu iden­ti­fi­zie­ren. Das Wild­bio­lo­gi­sche Büro LUPUS in der Lau­sitz konn­te bestä­ti­gen, dass es sich tat­säch­lich um Wolfs­wel­pen han­delt. Damit ist das Han­dy­vi­deo ein soge­nann­ter C1-Nach­weis und gilt als ein­deu­ti­gen Nach­weis.

486px-HowlsnowNach mehr als 100 Jah­ren sind bereits im ver­gan­ge­nen Jahr wie­der Wolfs­wel­pen in Nie­der­sach­sen gebo­ren wor­den und in eine Foto­fal­le getappt. Nun ist mit den drei neu­en Wel­pen die Anwe­sen­heit von 13 Wöl­fen in Nie­der­sach­sen bestä­tigt. Die Rück­kehr der scheu­en und streng geschütz­ten Wild­tie­re wird pro­fes­sio­nell in Nie­der­sach­sen beob­ach­tet. Die Lan­des­jä­ger­schaft Nie­der­sach­sen ist mit dem soge­nann­ten Wolfs­mo­ni­to­ring beauf­tragt wor­den, die die­se Auf­ga­be in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­trieb für Was­ser­wirt­schaft, Küs­ten- und Natur­schutz als zustän­di­ger Fach­be­hör­de wahr­nimmt. Außer­dem ste­hen über 40 ehren­amt­li­chen Wolfs­be­ra­ter für die­se Auf­ga­be zur Ver­fü­gung. So sind allein 330 Wolfs­vor­kom­men im Jahr 2012 gemel­det wor­den, von denen sich 28 Pro­zent als defi­ni­ti­ve Nach­wei­se erwie­sen haben. Um die scheu­en Wild­tie­re über­haupt zu Gesicht zu bekom­men, ist ein gutes Fern­glas — wie die Lei­ca Ultra­vid- unbe­dingt not­wen­dig. In Nie­der­sach­sen wur­den so bereits im Jahr 2006 ein­zel­ne Wöl­fe in der Lüne­bur­ger Hei­de, im Wend­land und in der Grenz­re­gi­on zu Hes­sen (Raum Solling/Reinhardswald) gesich­tet. Und nach­dem im Früh­jahr 2012 erst­mals wie­der Wolfs­wel­pen in frei­er Wild­bahn gebo­ren wor­den sind, sind mit dem Han­dy­vi­deo nun wie­der­um drei Wolfs­wel­pen und ver­mut­lich eins der Jung­tie­re aus dem Wurf im ver­gan­ge­nen Jahr ent­deckt wor­den. Und sie wer­den in Nie­der­sach­sen will­kom­men gehei­ßen.