Ein Reh macht einen gefährlichen Schäferhund

Auch wenn ein Hund einmalig Wild oder Vieh hetzt oder reißt, handelt es sich um einen gefährlichen Hund.

Ein Reh macht einen gefährlichen Schäferhund

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Mainz in dem hier vorliegenden Fall einer Hundehalterin, die sich gegen die Einstufung ihrer Hunde als gefährliche Hunde unter Anordnung des Sofortvollzugs gewehrt hat, den Antrag abgelehnt. Die beiden frei laufenden Hunde hetzten und rissen am Stadtrand ein trächtiges Reh; das Tier ist vom zuständige Jagdpächter wegen seiner schweren Verletzungen erschossen worden. Den Schadenersatz (400,00 €), den die zuständige Jagdgesellschaft gefordert hat, ist von der Hundehalterin gezahlt worden.

Die Stadt Worms stufte per Bescheid und unter Anordnung des Sofortvollzugs die Hunde als gefährliche Hunde ein und ordnete außerdem an, dass die Tiere nur noch getrennt und an der Leine sowie mit Maulkorb versehen ausgeführt werden dürfen. Zudem gab sie der Tierhalterin auf, eine Erlaubnis zur Haltung gefährlicher Hunde zu beantragen.

Die Hundehalterin ist der Meinung, die behördlichen Maßnahmen seien völlig unverhältnismäßig, zumal es sich bei der fraglichen Angelegenheit um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe. Diese Auffassung hat sie auch in ihrem Antrag beim Verwaltungsgericht Mainz zum Ausdruck gebracht.

Dieser Ansicht ist das Verwaltungsgericht nicht gefolgt und hat den Antrag abgehnt. Denn nach dem Gesetz handele es sich um gefährliche Hunde, wenn sie durch ihr Verhalten gezeigt hätten, dass sie Wild oder Vieh hetzen oder reißen. Dabei genüge ein erstmaliger oder einmaliger Vorfall. Im Interesse einer effektiven Gefahrenabwehr sei die Behörde nicht gehalten, weitere Vorfälle abzuwarten, bevor sie einen auffällig gewordenen Hund als gefährlichen Hund einstufe.

Verwaltungsgericht Mainz, Urteil vom 11. Juli 2012 – 1 L 828/12.MZ