Zeitlich unbegrenzte Fuchsjagd

Einem Schaf­hal­ter steht ein Anspruch auf ein von Beu­te­grei­fern und Nah­rungs­kon­kur­ren­ten völ­lig frei­es Umfeld für die Läm­mer­auf­zucht nicht zu.

Zeitlich unbegrenzte Fuchsjagd

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des in dem hier vor­lie­gen­den Fall einem Jäger und Schaf­hal­ter die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung von der Fuchs­schon­zeit­ver­ord­nung zum zeit­lich unbe­grenz­ten Abschuss von Füch­sen ver­wei­gert. Im März 2010 hat­te die Lan­des­re­gie­rung u.a. aus Grün­den des Tier­schut­zes eine Schon­zeit für Füch­se zwi­schen dem 15. Febru­ar und dem 16. August eines jeden Jah­res ange­ord­net. Ziel der Ver­ord­nung ist es, Füch­sen eine unge­stör­te Auf­zucht ihrer Jung­tie­re zu ermög­li­chen. Der bis dahin mög­li­che Abschuss der Fuchs­el­tern habe ein qual­vol­les Ver­hun­gern der unver­sorg­ten Wel­pen und Jung­füch­se zur Fol­ge gehabt. Dies sei mit den Vor­ga­ben des Tier­schut­zes nicht zu ver­ein­ba­ren.

Der Klä­ger stell­te sich dem­ge­gen­über auf den Stand­punkt, für ein der­ar­ti­ges Scho­nungs­ge­bot feh­le jede wild­bio­lo­gi­sche Grund­la­ge. Die­ser sei allein „poli­tisch” moti­viert und im Übri­gen unnö­tig, da der waid­ge­recht han­deln­de Jäger es in der Ver­gan­gen­heit ohne­hin ver­mie­den habe, in der Auf­zucht­zeit Eltern­tie­re abzu­schie­ßen. Zudem sei infol­ge der Schon­zeit für Füch­se mit einem unver­hält­nis­mä­ßi­gen Aus­brei­ten der Fuchs­po­pu­la­ti­on und erhöh­ten Seu­chen­ge­fah­ren für die Bevöl­ke­rung zu rech­nen. Er selbst wer­de als Schaf­hal­ter beson­ders getrof­fen, da Fuchs­el­tern zur Ver­sor­gung ihrer Wel­pen ver­mehrt Läm­mer sei­ner Schaf­her­de ris­sen. Nur durch eine kon­se­quen­te Beja­gung des Fuch­ses sei­en Schä­den für das übri­ge Nie­der­wild, die Tier­hal­ter und Gefah­ren für die Bevöl­ke­rung abzu­wen­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts des Saar­lan­des habe der Klä­ger kei­nen Anspruch auf die begehr­te Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung. Die Ertei­lung einer Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung ste­he im Ermes­sen der Obers­ten Jagd­be­hör­de, die bei ihrer Ent­schei­dung nicht nur die wil­döko­lo­gi­schen son­dern auch die tier­schutz­recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen zu beach­ten habe. Seit der Ver­an­ke­rung des Tier­schut­zes im Grund­ge­setz (Art. 20 a GG) kom­me die­sem beson­de­re Bedeu­tung zu. Das gel­te auch für die Jagd. Einem Schaf­hal­ter ste­he ein Anspruch auf ein von Beu­te­grei­fern und Nah­rungs­kon­kur­ren­ten völ­lig frei­es Umfeld für die Läm­mer­auf­zucht nicht zu. Statt des Abschus­ses von Füch­sen sei er auf ande­re Maß­nah­men zur Siche­rung sei­ner Her­de vor Raub­tie­ren zu ver­wei­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des, Urteil vom 5. Dezem­ber 2012 — 5 K 64012