Wenn das Rotwild Baumrinde frisst

Von einer unteren Jagdbehörde darf Jagdpächtern gegenüber angeordnet werden, eine bestimmte Anzahl Rotwild zu schießen, um Wildschaden wie Schälschäden in Grenzen zu halten.

Wenn das Rotwild Baumrinde frisst

So das Verwaltungsgericht Kassel in den hier vorliegenden Eilverfahren, mit dem sich drei Jagdpächter gegen die Anordnung versucht haben zu wehren, dass in jedem Jagdbezirk mindestens drei Stück Rotwild geschossen werden muss. Die untere Jagdbehörde des Landkreises Kassel hatte für die Pächter von fünf Jagdbezirken im Stadtwald Zierenberg Folgendes angeordnet:

Pro Jagdbezirk müssten die Pächter mindestens drei Stück Rotwild schießen. Grund: Die Tiere fressen die Rinde der Eschen, dadurch entstehen sogenannte Schälschäden (Wildschaden). Auf einer Fläche von 19,5 Hektar seien fast alle Eschen komplett geschält. Da das so geschädigte Holz nur noch als Brennholz zu gebrauchen sei, entstehe ein wirtschaftlicher Schaden in sechsstelliger Höhe. Im Übrigen habe die Esche für den Klimawandel erhebliche ökologische Bedeutung. Darum, so die Jagdbehörde, müssten die Interessen der Pächter zurückstehen. Wenn bis zum 31. August 2013, so die Vorgabe, nicht mindestens ein Stück Rotwild pro Jagdbezirk geschossen wird, werde Hessenforst auf Kosten der Pächter das Rotwild schießen.

Gegen diese Anordnung der unteren Jagdbehörde hatten sich die Pächter dreier Jagdbezirke gewehrt. Sie argumentierten, dass die Schäden an den Eschen nicht durch die Tiere verursacht werden, sondern durch ein Absterben der Eschentriebe. Die Pächter stellten beim Verwaltungsgericht Kassel Anträge in einem Eilverfahren. Damit wollten sie erreichen, dass sie bis auf Weiteres kein Wild schießen müssen.

In seiner Entscheidung hat das Verwaltungsgericht Kassel die Eilanträge zurückgewiesen und klargestellt, dass die Schäden an den Bäumen vom Rotwild verursacht sind.

Verwaltungsgericht Kassel, Beschluss vom 2. August 2013 – 4 L 841/13.KS