Repräsentative Jagden im saarländischen Staatswald

11. November 2010 | Im Blickpunkt
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Das Saarland hat sich neue Regeln gegeben für so genannte repräsentative Jagden im Staatswald.

Rituale gehören zu einer so genannten repräsentativen Jagd, Rituale, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben und die vielen Jägern heilig sind. Dennoch ist die Jagd nichts Statisches. Neue wildbiologische und jagdpraktische Erkenntnisse beeinflussen die Jagdausübung und vor allem auch veränderte Erwartungen der Gesellschaft an die Nutzung unserer natürlichen Ressourcen.

„Wir wollen die Akzeptanz der Jagd in einer sich verändernden Gesellschaft verbessern“, unterstreicht der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, Klaus Borger. Dies sei bereits im Koalitionsvertrag so festgehalten. Dazu gehöre unter anderem auch, dass der Tierschutz und der Naturschutz künftig einen höheren Stellenwert einnehmen werden.

„Jagd muss heute eine dienende Funktion für die Entwicklung unserer Kulturlandschaft haben. Vor allem gilt es, im Wald Wildschäden weitestgehend zu vermeiden“, erklärt Staatssekretär Borger. Frühere und aktuelle Verbissgutachten belegten eine alarmierende Reduzierung der Baumarten-Vielfalt zugunsten weniger Baumarten wie Buche und Fichte. Erwünschte und im Rahmen der Anpassung der Wälder an den Klimawandel benötigte Baumarten wie Eiche, Esche, Bergahorn u. a. gingen verloren. „Um hier gegenzusteuern brauchen wir ein neues Jagdverständnis und ein neues Jagd-Management“, so Borger. „

Zukünftig sollen im saarländischen Staatswald verstärkt und gezielt in den Bereichen Jagden durchgeführt werden, in denen das Schadenspotenzial durch Verbiss hoch ist, wie aktuell im nördlichen Saarland.

In den Saarbrücker Urwald (Naturschutzgebiet) werde das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr nicht mehr zu repräsentativen Jagden, wie sie dort über Jahre stattfanden, einladen: “Naturschutzgebiete sind keine Orte für repräsentative Jagdveranstaltungen.”

Die Pflicht zur Wahrung des Tierschutzes erfordere zudem eine Professionalisierung der Jäger, etwa durch jährliche Schießnachweise in Form der saarländischen Drückjagdnadel. Auch sollen insbesondere im Staatswald naturgemäße Jagdmethoden fördern und damit das Waldökosystem im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe stabilisiert werden.

Die Zeit von ,Staatsjagden’ als gesellschaftlichem Großereignis soll damit vorbei sein. Jagden in Verantwortung des Landes soll auch nicht mehr wie bei der ,Business Meeting Jagd’ mit dem Ziel veranstaltet werden, wirtschaftliche Kontakte zu fördern.

 
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