Repräsentative Jagden im saarländischen Staatswald

Das Saar­land hat sich neue Regeln gege­ben für so genann­te reprä­sen­ta­ti­ve Jag­den im Staats­wald.

Repräsentative Jagden im saarländischen Staatswald

Ritua­le gehö­ren zu einer so genann­ten reprä­sen­ta­ti­ven Jagd, Ritua­le, die sich seit Jahr­hun­der­ten nicht ver­än­dert haben und die vie­len Jägern hei­lig sind. Den­noch ist die Jagd nichts Sta­ti­sches. Neue wild­bio­lo­gi­sche und jagd­prak­ti­sche Erkennt­nis­se beein­flus­sen die Jagd­aus­übung und vor allem auch ver­än­der­te Erwar­tun­gen der Gesell­schaft an die Nut­zung unse­rer natür­li­chen Res­sour­cen.

„Wir wol­len die Akzep­tanz der Jagd in einer sich ver­än­dern­den Gesell­schaft ver­bes­sern“, unter­streicht der Staats­se­kre­tär im Minis­te­ri­um für Umwelt, Ener­gie und Ver­kehr, Klaus Bor­ger. Dies sei bereits im Koali­ti­ons­ver­trag so fest­ge­hal­ten. Dazu gehö­re unter ande­rem auch, dass der Tier­schutz und der Natur­schutz künf­tig einen höhe­ren Stel­len­wert ein­neh­men wer­den.

„Jagd muss heu­te eine die­nen­de Funk­ti­on für die Ent­wick­lung unse­rer Kul­tur­land­schaft haben. Vor allem gilt es, im Wald Wild­schä­den wei­test­ge­hend zu ver­mei­den“, erklärt Staats­se­kre­tär Bor­ger. Frü­he­re und aktu­el­le Ver­biss­gut­ach­ten beleg­ten eine alar­mie­ren­de Redu­zie­rung der Baum­ar­ten-Viel­falt zuguns­ten weni­ger Baum­ar­ten wie Buche und Fich­te. Erwünsch­te und im Rah­men der Anpas­sung der Wäl­der an den Kli­ma­wan­del benö­tig­te Baum­ar­ten wie Eiche, Esche, Berg­ahorn u. a. gin­gen ver­lo­ren. „Um hier gegen­zu­steu­ern brau­chen wir ein neu­es Jagd­ver­ständ­nis und ein neu­es Jagd-Manage­ment“, so Bor­ger. „

Zukünf­tig sol­len im saar­län­di­schen Staats­wald ver­stärkt und gezielt in den Berei­chen Jag­den durch­ge­führt wer­den, in denen das Scha­dens­po­ten­zi­al durch Ver­biss hoch ist, wie aktu­ell im nörd­li­chen Saar­land.

In den Saar­brü­cker Urwald (Natur­schutz­ge­biet) wer­de das Minis­te­ri­um für Umwelt, Ener­gie und Ver­kehr nicht mehr zu reprä­sen­ta­ti­ven Jag­den, wie sie dort über Jah­re statt­fan­den, ein­la­den: „Natur­schutz­ge­bie­te sind kei­ne Orte für reprä­sen­ta­ti­ve Jagd­ver­an­stal­tun­gen.”

Die Pflicht zur Wah­rung des Tier­schut­zes erfor­de­re zudem eine Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Jäger, etwa durch jähr­li­che Schieß­nach­wei­se in Form der saar­län­di­schen Drück­jagd­na­del. Auch sol­len ins­be­son­de­re im Staats­wald natur­ge­mä­ße Jagd­me­tho­den för­dern und damit das Wal­döko­sys­tem im Sin­ne einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Auf­ga­be sta­bi­li­siert wer­den.

Die Zeit von ‚Staats­jag­den’ als gesell­schaft­li­chem Groß­ereig­nis soll damit vor­bei sein. Jag­den in Ver­ant­wor­tung des Lan­des soll auch nicht mehr wie bei der ‚Busi­ness Mee­ting Jagd’ mit dem Ziel ver­an­stal­tet wer­den, wirt­schaft­li­che Kon­tak­te zu för­dern.