Neue Jagdzeitenverordnung in Niedersachsen

In Nie­der­sach­sen ist zum gest­ri­gen Monats­wech­sel eine neue Jagd­zei­ten­ver­ord­nung (JZVO) in Kraft getre­ten.

Neue Jagdzeitenverordnung in Niedersachsen

Mit die­ser Jagd­zei­ten­no­vel­le nimmt das Land Nie­der­sach­sen die erst 2002 erfolg­te Aus­wei­tung der Jagd­zei­ten wei­test­ge­hend wie­der zurück. Die neu­en Jagd­zei­ten bewe­gen sich in etwa wie­der auf dem Niveau der alten Jagd­zei­ten­ver­ord­nung aus dem Jahr 2002.

Eine novel­lier­te Jagd­zei­ten­ver­ord­nung war auf den Weg gebracht wor­den, um die Jagd vor­geb­lich öko­lo­gisch neu aus­zu­rich­ten und mehr an Natur- und Arten­schutz zu ori­en­tie­ren. An einer mehr­wö­chi­gen Ver­bands­an­hö­rung hat­ten sich etwa 30 Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen betei­ligt — von Jagd- über Bau­ern- bis hin zu Umwelt­ver­bän­den. Deren Stel­lung­nah­men sind teil­wei­se in die neue JZVO ein­ge­flos­sen. Die jetzt in Kraft getre­te­ne Jagd­zei­ten­ver­ord­nung regelt ins­be­son­de­re fol­gen­de zwei Berei­che: die Jagd auf Scha­len­wild sowie die Beja­gung wil­der Gän­se in EU-Vogel­schutz­ge­bie­ten.

Das Scha­len­wild — dazu gehö­ren unter ande­rem Rot­wild, Dam­wild und Schwarz­wild — darf wie bis­her bis zum 31. Janu­ar eines Jah­res bejagt wer­den. Zum Teil sind die Jagd­zei­ten aus­ge­wei­tet wor­den; für Reh­wild und bestimm­te Hirschar­ten ist die Jagd­zeit vom 1. Sep­tem­ber auf den 1. August vor­ge­zo­gen wor­den. Bei den Reh­bö­cken wur­de die Jagd­zeit ins­ge­samt um drei Mona­te ver­län­gert. Beim Hasen, Dachs und Bläss­huhn gibt es hin­ge­gen Ver­kür­zun­gen oder Ein­schrän­kun­gen der Jagd­zeit.

Die Jagd auf Wild­gän­se in EU-Vogel­schutz­ge­bie­ten wird eben­falls erheb­lich redu­ziert. Bläss- und Saat­gans bekom­men auch aus Arten­schutz­grün­den eine ganz­jäh­ri­ge Schon­zeit, wie von den Umwelt­ver­bän­den gefor­dert. In Vogel­schutz­ge­bie­ten wird die Jagd auf Gän­se und Enten wäh­rend der Zug­vo­gel­sai­son gene­rell auf den 30. Novem­ber ver­kürzt. Außer­halb der Vogel­schutz­ge­bie­te bleibt das Ende der Jagd­zeit auf wil­de Gän­se beim 15. Janu­ar. Damit soll auch eine stär­ke­re Len­kung und moder­nes Gän­se­ma­nage­ment erfol­gen.

Des­wei­te­ren wird noch eine Neue­rung bei der Jagd auf Wild­gän­se ein­ge­führt: Ab kom­men­dem Jahr soll es eine noch stär­ke­re Dif­fe­ren­zie­rung bei Jagd- und Ruhe­zo­nen für Gän­se in Vogel­schutz­ge­bie­ten geben. Dann soll inner­halb der Vogel­schutz­ge­bie­te das moder­ne Instru­ment der Inter­vall­jagd ein­ge­führt wer­de­en. In vor­her fest­ge­leg­ten Teil­ge­bie­ten darf dann im Zwei-Wochen-Rhyth­mus in einer Zone gejagt wer­den, wäh­rend in ande­ren die Gän­se Scho­nung genie­ßen.