Neue Jagdzeitenverordnung in Niedersachsen

2. Oktober 2014 | Jagdrecht Aktuell
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In Niedersachsen ist zum gestrigen Monatswechsel eine neue Jagdzeitenverordnung (JZVO) in Kraft getreten.

Mit dieser Jagdzeitennovelle nimmt das Land Niedersachsen die erst 2002 erfolgte Ausweitung der Jagdzeiten weitestgehend wieder zurück. Die neuen Jagdzeiten bewegen sich in etwa wieder auf dem Niveau der alten Jagdzeitenverordnung aus dem Jahr 2002.

Eine novellierte Jagdzeitenverordnung war auf den Weg gebracht worden, um die Jagd vorgeblich ökologisch neu auszurichten und mehr an Natur- und Artenschutz zu orientieren. An einer mehrwöchigen Verbandsanhörung hatten sich etwa 30 Interessenvertretungen beteiligt – von Jagd- über Bauern- bis hin zu Umweltverbänden. Deren Stellungnahmen sind teilweise in die neue JZVO eingeflossen. Die jetzt in Kraft getretene Jagdzeitenverordnung regelt insbesondere folgende zwei Bereiche: die Jagd auf Schalenwild sowie die Bejagung wilder Gänse in EU-Vogelschutzgebieten.

Das Schalenwild – dazu gehören unter anderem Rotwild, Damwild und Schwarzwild – darf wie bisher bis zum 31. Januar eines Jahres bejagt werden. Zum Teil sind die Jagdzeiten ausgeweitet worden; für Rehwild und bestimmte Hirscharten ist die Jagdzeit vom 1. September auf den 1. August vorgezogen worden. Bei den Rehböcken wurde die Jagdzeit insgesamt um drei Monate verlängert. Beim Hasen, Dachs und Blässhuhn gibt es hingegen Verkürzungen oder Einschränkungen der Jagdzeit.

Die Jagd auf Wildgänse in EU-Vogelschutzgebieten wird ebenfalls erheblich reduziert. Bläss- und Saatgans bekommen auch aus Artenschutzgründen eine ganzjährige Schonzeit, wie von den Umweltverbänden gefordert. In Vogelschutzgebieten wird die Jagd auf Gänse und Enten während der Zugvogelsaison generell auf den 30. November verkürzt. Außerhalb der Vogelschutzgebiete bleibt das Ende der Jagdzeit auf wilde Gänse beim 15. Januar. Damit soll auch eine stärkere Lenkung und modernes Gänsemanagement erfolgen.

Desweiteren wird noch eine Neuerung bei der Jagd auf Wildgänse eingeführt: Ab kommendem Jahr soll es eine noch stärkere Differenzierung bei Jagd- und Ruhezonen für Gänse in Vogelschutzgebieten geben. Dann soll innerhalb der Vogelschutzgebiete das moderne Instrument der Intervalljagd eingeführt werdeen. In vorher festgelegten Teilgebieten darf dann im Zwei-Wochen-Rhythmus in einer Zone gejagt werden, während in anderen die Gänse Schonung genießen.

 
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