Mit der Jagdwaffe in den Urlaub

Es ist wie­der Som­mer und die Urlaubs­zeit hat begon­nen. Wer in sei­nem Urlaub ver­rei­sen möch­te, wünscht sich ent­we­der eine erhol­sa­me Zeit durch Ent­span­nung und „Nichts­tun” oder es wird eher ein Aktiv-Urlaub als Ent­span­nung bevor­zugt. Viel­fach wird das Urlaubs­ziel auch davon abhän­gig gemacht, ob man dort sei­nem Hob­by nach­ge­hen kann. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass ein pas­sio­nier­ter Jäger sei­nen Urlaubs­ort nach vor­han­de­nen Jagd­mög­lich­kei­ten aus­sucht.

Mit der Jagdwaffe in den Urlaub

hirsch-pbJeder Jäger hat sei­ne eige­ne Schuss­waf­fe und möch­te die­se natür­lich bei der Jagd im Urlaub auch benut­zen. Befin­det sich das Rei­se­ziel inner­halb Deutsch­lands, gibt es übli­cher­wei­se dies­be­züg­lich kei­ne Schwie­rig­kei­ten. Anders sieht es aus, wenn die Urlaubs­rei­se ins Aus­land geht. Wer sich unsi­cher ist, wie er sich zu ver­hal­ten hat, soll­te sich kom­pe­ten­te Hil­fe suchen. Schon beim Erwerb einer Jagd­waf­fe kön­nen fach­kun­di­ge Händ­ler wie z.B. Waf­fen Fer­king­hoff vie­le Fra­gen rund um den Waf­fen­be­sitz beant­wor­ten.

Für eine Rei­se ins Euro­päi­sche Aus­land mit einer Waf­fe gibt es den Euro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass. Eine Waf­fe nimmt jemand gemäß Anla­ge 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG, Abschnitt 2 Nr. 6 mit, der die­se Waf­fe auf einer Rei­se ohne Auf­ga­be des Besit­zes zur Ver­wen­dung über die Gren­ze in den, durch den oder aus dem Gel­tungs­be­reich des Geset­zes bringt. Die Mit­nah­me einer Waf­fe stellt nach § 1 Abs. 3 WaffG eine Form des Umgangs im Sin­ne des Waf­fen­ge­set­zes dar und ist nach § 2 Abs. 2 WaffG erlaub­nis­pflich­tig.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf1 hat im Fall eines Jägers, der sei­ne Waf­fe über die Gren­ze nach Öster­reich mit­ge­nom­men hat, ohne das die­se im Euro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass ein­ge­tra­gen war, deut­lich erklärt, dass für die Mit­nah­me einer Waf­fe in einen ande­ren Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on kei­ne Aus­nah­me­re­ge­lung von der Erlaub­nis­pflicht besteht. Dar­über hin­aus wird zwar nach § 32 Abs. 6 WaffG dem­je­ni­gen ein Euro­päi­scher Feu­er­waf­fen­pass aus­ge­stellt, der zum Besitz der ein­zu­tra­gen­den Waf­fen berech­tigt ist, dass heißt aber nicht, dass ein Deut­scher kei­ne Erlaub­nis für das Mit­neh­men von Waf­fen in ande­re Staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on benö­tigt.

Nach Art. 12 Abs. 1 der Richt­li­nie 91/477/EWG vom 18. Juni 1991 über die Kon­trol­le des Erwerbs und des Besit­zes von Waf­fen ist grund­sätz­lich der Besitz einer Feu­er­waf­fe wäh­rend einer Rei­se durch zwei oder meh­re­re Mit­glied­staa­ten nur mit Geneh­mi­gung aller die­ser Mit­glied­staa­ten zuläs­sig, wobei die zu ertei­len­de Geneh­mi­gung in den Euro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass ein­zu­tra­gen ist. Dabei kön­nen nach Art. 12 Abs. 2 Unter­ab­satz 1 der Richt­li­nie Jäger bestimm­te Waf­fen auch ohne Zustim­mung zur Teil­nah­me an einer Jagd mit­füh­ren, wenn sie den für die­se Waf­fen aus­ge­stell­ten Euro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass besit­zen und den Grund für die Rei­se nach­wei­sen kön­nen. Also ist die Mit­nah­me von Waf­fen in ande­re EU-Staa­ten erlaub­nis­pflich­tig: In der Pra­xis erfolgt die Erlaub­nis vom „Aus­gangs­staat” durch Ertei­lung eines Euro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pas­ses und der jewei­li­ge Ziel­staat ver­zich­tet auf das eige­ne Zustim­mungs­er­for­der­nis bestimm­ter Waf­fen. Aller­dings ergibt sich nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf2 dar­aus nicht ein Ver­zicht des Staats des gewöhn­li­chen Auf­ent­halts auf die grund­sätz­li­che Über­prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen für eine Mit­nah­me von Waf­fen.

Wer sich also auf einen Jagd­ur­laub freut, soll­te sich vor Rei­se­bu­chung einen Euro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass aus­stel­len las­sen.

  1. VG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 23.06.2010 — 22 L 25610 []
  2. VG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 23.06.2010 — 22 L 25610 []