Jagdsteuer für die Eigenjagden einer GmbH

Bei der Jagd­steu­er han­delt es sich um eine Auf­wand­steu­er, die auch dann nicht von einer grund­be­sit­zen­den GmbH erho­ben wer­den kann, wenn die­se Eigen­tü­me­rin eines Eigen­jagd­be­zirks ist.

Jagdsteuer für die Eigenjagden einer GmbH

So hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück der Kla­ge der Aren­berg Mep­pen GmbH, deren Allein­ge­sell­schaf­ter eine gemein­nüt­zi­ge Stif­tung ist (Stif­tung Her­zog-Engel­bert-Charles und Her­zo­gin Mat­hil­dis von Aren­berg) — im Ems­land bekannt als „Her­zog” — statt­ge­ge­ben. Das Gericht hob die an die Klä­ge­rin gerich­te­te Jagd­steu­er­be­schei­de des Land­krei­ses Ems­land (Beklag­ter) aus dem Jahr 2013 für die Eigen­jag­den „Aren­berg-Meye­rei”, „Aren­berg-Karls­wald Nord”, „Aren­berg-Eleo­no­ren­wald Wild­park” und „Aren­berg-Hengs­te­berg” auf. Mit den Beschei­den war die Klä­ge­rin für die genann­ten Eigen­jagd­be­zir­ke, die nicht ver­pach­tet sind, son­dern von ange­stell­ten Revier­förs­tern bejagt wer­den, zu einer Jagd­steu­er in Höhe von ins­ge­samt etwa 1.400,- € (Betrag für ein Jahr) her­an­ge­zo­gen wor­den. Gegen die­se Her­an­zie­hung hat­te die Klä­ge­rin ein­ge­wen­det, die Vor­aus­set­zun­gen für die Erhe­bung einer Jagd­steu­er lägen schon nicht vor, da sie als GmbH kei­nen per­sön­li­chen Lebens­be­darf habe. Sie ver­wen­de die Mit­tel aus­schließ­lich zur Erfül­lung gemein­nüt­zi­ger Zwe­cke. Daher sei sie einer Kom­mu­ne gleich­zu­stel­len, die eben­falls auf­grund ihrer Gemein­nüt­zig­keit nicht zur Jagd­steu­er her­an­ge­zo­gen wer­de.

Dem Ein­wand folg­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg: Die Erhe­bung einer Jagd­steu­er sei zwar grund­sätz­lich zuläs­sig, die­se kön­ne aber nicht von der Klä­ge­rin als GmbH erho­ben wer­den. Bei der Jagd­steu­er han­de­le es sich um eine Auf­wands­steu­er, die eine in der Ver­mö­gens- oder Ein­kom­mens­ver­wen­dung für den per­sön­li­chen Lebens­be­darf zum Aus­druck kom­men­de beson­de­re Kon­sum­fä­hig­keit besteu­re. Dar­an feh­le es bei der Klä­ge­rin aber, da sie als GmbH kei­nen per­sön­li­chen Lebens­be­darf habe. Miss­brauchs­mög­lich­kei­ten durch Zwi­schen­schal­tung einer GmbH sieht das Gericht durch die Rege­lun­gen der Abga­ben­ord­nung weit­ge­hend aus­ge­schlos­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 23. Sep­tem­ber 2014 — 1 A 21213