Jagdsteuer

Die Jagd­steu­er ist eine Auf­wand­steu­er, die nach der Vor­schrif­ten der Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­ze der ein­zel­nen Bun­des­län­der auf der Grund­la­ge einer kom­mu­na­len Sat­zung von den Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­te erho­ben wer­den kann. Die Jagd­steu­er wird von den Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­te selbst fest­ge­setzt und ver­wal­tet.

Jagdsteuer

Steu­er­pflich­tig zur Jagd­steu­er ist regel­mä­ßig der Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­te.
Besteue­rungs­grund­la­ge für die Jagd­steu­er ist der Jah­res­jagd­wert. Bei Ver­pach­tung ist dies der mit dem Jagd­päch­ter ver­ein­bar­te Pacht­preis.

Situation in den einzelnen Bundesländern

Die Jagd­steu­er wird nicht in allen Bun­des­län­dern erho­ben, eini­ge Bun­des­län­der haben die Mög­lich­keit der Krei­se zur Erhe­bung der Jagd­steu­er aus ihren Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­zes gestri­chen.

Bereits abge­schafft wur­de die Jagd­steu­er in den Bun­des­län­dern

  • Bay­ern,
  • Ber­lin,
  • Bran­den­burg,
  • Bre­men,
  • Ham­burg,
  • Meck­len­burg-Vor­pom­mern,
  • Sach­sen-Anhalt und
  • Thü­rin­gen

In Nord­rhein-West­fa­len ist die Abschaf­fung der Jagd­steu­er eben­falls bereits beschlos­sen und wird bis zum 2013 schritt­wei­se umge­setzt.

Noch erho­ben wer­den kann die Jagd­steu­er dage­gen in den Bun­des­län­dern

  • Baden-Würt­tem­berg
  • Hes­sen,
  • Nie­der­sach­sen,
  • Rhein­land-Pfalz,
  • Saar­land,
  • Sach­sen und
  • Schles­wig-Hol­stein

Ob die Jagd­steu­er für die in die­sen Län­dern gele­ge­nen Jagd­be­zir­ke tat­säch­lich erho­ben wird, obliegt dabei der Ent­schei­dung der jewei­li­gen Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te, die auf die Erhe­bung der Jagd­steu­er auch ver­zich­ten kön­nen. Ein Son­der­fall bil­det hier der Frei­staat Sach­sen: Die Erhe­bung der Jagd­steu­er ist hier auf­grund des säch­si­schen Kom­mu­nal­ab­ga­ben­rechts zwar mög­lich, soweit erkenn­bar wird jedoch von kei­nem Land­kreis und kei­ner kreis­frei­en Stadt tat­säch­lich eine Jagd­steu­er erho­ben.

Zur Verfassungsgemäßheit der Jagdsteuer

Die Erhe­bung der Jagd­steu­er ist nach Ansicht sowohl des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts wie auch der Ver­wal­tungs­ge­rich­te1 nach vor ver­fas­sungs­ge­mäß und ver­stößt als ört­li­che Auf­wand­steu­er ins­be­son­de­re nicht gegen den Gleich­heits­grund­satz.

Die Jagd­steu­er wird dabei als eine tra­di­tio­nel­le Auf­wand­steu­er ange­se­hen, mit der die Aus­übung des Jagd­rechts besteu­ert wird. Der beson­de­re, die Erhe­bung die­ser Steu­er recht­fer­ti­gen­de Auf­wand besteht dabei dar­in, dass ein Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ter ent­we­der eine Jagd gepach­tet oder einen Eigen­jagd­be­zirk erwor­ben haben muss.

Es wider­spricht nach wie vor kei­nem zwin­gen­den Gebot des Grund­ge­set­zes, so argu­men­tie­ren die Gerich­te, wenn die Jagd besteu­ert wird und ande­re, eben­falls auf­wän­di­ge Frei­zeit­be­tä­ti­gun­gen in der Natur wie Fischen, Rei­ten und Flie­gen, nicht. Die unter­schied­li­che Behand­lung, die auch durch Besteue­rung der ande­ren Betä­ti­gun­gen aus­ge­räumt wer­den kann, liegt nach Ansicht der Gerich­te im gesetz­ge­be­ri­schen Ermes­sen, so lan­ge sie wie bis­her durch gewich­ti­ge Unter­schie­de ein­schließ­lich der Prak­ti­ka­bi­li­tät gerecht­fer­tigt wer­den kann.

Der von Jägern geför­der­te Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen nach Art. 20 a GG gebie­tet jeden­falls nicht zwin­gend, dass vor­han­de­ne Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen für die Jagd­steu­er besei­tigt wer­den. Das damit nor­mier­te Staats­ziel ver­pflich­tet den Gesetz­ge­ber zwar, über­las­se ihm aber zur Umset­zung einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, der erst bei offen­kun­di­ger Miss­ach­tung die­ses Schutz­ge­bots über­schrit­ten ist. Die Jagd­steu­er erscheint den Gerich­ten daher noch trag­bar, solan­ge sie nicht lan­des­weit bewirkt, dass bis­her von Jägern wahr­ge­nom­me­ne not­wen­di­ge Auf­ga­ben zum Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen über­haupt nicht mehr erfüllt wer­den.

Tat­säch­lich wür­den, so die Argu­men­ti­on der Gerich­te wei­ter, trotz bzw. unter Berück­sich­ti­gung der Belas­tun­gen — Jagd­pacht­prei­se bezahlt, was den Cha­rak­ter als — zuläs­si­ge — Auf­wand­steu­er bestä­tigt.

Jagderlaubnissteuer

Die Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen in den Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­zen der Län­der recht­fer­ti­gen jedoch regel­mä­ßig nur die Erhe­bung der tra­di­tio­nel­len Jagd­steu­er, nicht auch die Ein­füh­rung einer Jagd­er­laub­nis­steu­er, wie es in der den letz­ten Jah­ren von eini­gen Land­krei­sen ver­sucht wur­de, denn bei der (tra­di­tio­nel­len) Jagd­steu­er und der Jagd­er­laub­nis­steu­er, die von jedem Jäger erho­ben wer­den soll, der auf­grund eines ent­gelt­li­chen Jagd­er­laub­nis­schei­ne als Jagd­gast in einem Jagd­be­zirk jagen, ansit­zen oder ent­gelt­li­che Abschüs­se täti­gen darf, han­delt es sich um unter­schied­li­che Steu­ern.

Die in den Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­setz der Bun­des­län­der ent­hal­te­ne gesetz­li­che Ermäch­ti­gung zur Erhe­bung einer Jagd­steu­er erfasst aber nur die tra­di­tio­nel­le Jagd­steu­er, mit der allein die Inha­ber des Jagd­aus­übungs­rechts belas­tet wür­den2. Die Besteue­rung ent­gelt­li­cher Jagd­er­laub­nis­se stellt dem­ge­gen­über eine eine ande­re, selbst­stän­di­ge kom­mu­na­le Auf­wand­steu­er dar, für deren Erhe­bung es im Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­setz des Lan­des kei­ne Rechts­grund­la­ge gibt.

  1. vgl. VG Stutt­gart, Urteil vom 07.11.2005 — 11 K 374004 []
  2. so für § 3 KAG Bran­den­burg: Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Bran­den­burg, Urteil vom 19.02. 2003 – 2 D 1102.NE []