Jagdschein

Der Jagd­schein bezeich­net die Urkun­de zum Nach­weis des Jagd­rechts sei­nes Inha­bers. durch den Jagd­schein soll sicher­ge­stellt wer­den, dass nur aus­rei­chend aus­ge­bil­de­te Leh­rer die Jagd aus­üben. Der Jagd­schein berech­tigt jedoch für sich allei­ne genom­men noch nicht dazu, die Jagd auch tat­säch­lich aus­zu­üben, hier­zu ist in dem jewei­li­gen Jagd­be­zirk stets noch die Zustim­mung des Jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ten, also des Jagd­päch­ters oder etwa des Besit­zers der Eigen­jagd, erfor­der­lich.

Jagdschein

Voraussetzungen[↑]

Der Jagd­schein wird von der unte­ren Jagd­be­hör­de aus­ge­stellt bzw. ver­län­gert, wenn der Antrag­stel­ler

  • die Jäger­prü­fung erfolg­reich absol­viert hat, was die Teil­nah­me an einem umfang­rei­chen Lehr­gang mit min­des­tens 60 Stun­den Theo­rie und 60 Stun­den Pra­xis sowie das Bestehen einer sich hier­an anschlie­ßen­den umfang­rei­chen staat­li­chen Prü­fung vor­aus­setzt;
  • den Abschluss einer Jagd­haft­pflicht­ver­si­che­rung mit einer Min­dest­de­ckungs­sum­me von 500.000 € für Per­so­nen­schä­den und 50.000 € für Sach­schä­den nach­weist,
  • die per­sön­li­che Zuver­läs­sig­keit nach dem Waf­fen­ge­setz besitzt und
  • das Min­dest­al­ter von 18 Jah­ren für den Jagd­schein bzw. 16 Jah­ren für den mit eini­gen Ein­schrän­kun­gen ver­bun­den Jagd­schein erreicht hat.

Gültigkeitsdauer[↑]

Der Jagd­schein kann ent­we­der als Tages­jagd­schein (mit einer Gül­tig­keits­dau­er von 14 Tagen) oder als Jah­res­jagd­schein (mit einer Gül­tig­keits­dau­er von einem, zwei oder drei Jah­ren) gelöst wer­den.

Rechte des Inhabers[↑]

Der gül­ti­ge Jagd­schein berech­tigt sei­nen Inha­ber

  • zum Erwerb von Lang­waf­fen (von Geweh­ren, also von Büch­sen und Flin­ten) nach § 19 BJagdG erlaubt sind. Der Waf­fen­er­werb muss vom Jagd­schein­in­ha­ber bin­nen zwei­er Wochen zur Ein­tra­gung in die Waf­fen­be­sitz­kar­te ange­mel­det wer­den. Zum Erwerb von Kurz­waf­fen (Pis­to­len oder Revol­ver) berech­tig­te Jagd­schein dage­gen nicht, hier­für ist ein Vor­ein­trag in der Waf­fen­be­sitz­kar­te erfor­der­lich;
  • zum Erwerb von Muni­ti­on für Lang­waf­fen; zum Erwerb von Muni­ti­on. die aus­schließ­lich für Kurz­waf­fen Ver­wen­dung fin­det, ist dage­gen ein Vor­ein­trag in der Waf­fen­be­sitz­kar­te erfor­der­lich;
  • zur Jagd und zur Wahr­neh­mung des Jagd­schut­zes,
  • zur Füh­ren von Waf­fen im Zusam­men­hang mit der Jagd,
  • zur Unter­su­chung des Flei­sches von selbst­er­leg­tem Wild und — sofern es kei­ne ver­däch­ti­ge Merk­ma­le auf­weist —  des­sen Frei­ga­be für den Han­del; bei fleisch­fres­sen­den Wild­wie etwa Wild­schwei­nen ist aller­dings stets eine amt­li­che Tri­chi­nen­schau erfor­der­lich;
  • bei in Natur­schutz­ge­bie­ten gele­ge­nen Revie­ren zur Wahr­neh­mung der hoheit­li­chen Auf­ga­ben eines Natur­schutz­war­tes, sofern der Jäger auch über eine forst­li­che Aus­bil­dung ver­fügt.