Jagdschein

10. April 2010 | Im Blickpunkt
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Der Jagdschein bezeichnet die Urkunde zum Nachweis des Jagdrechts seines Inhabers. durch den Jagdschein soll sichergestellt werden, dass nur ausreichend ausgebildete Lehrer die Jagd ausüben. Der Jagdschein berechtigt jedoch für sich alleine genommen noch nicht dazu, die Jagd auch tatsächlich auszuüben, hierzu ist in dem jeweiligen Jagdbezirk stets noch die Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten, also des Jagdpächters oder etwa des Besitzers der Eigenjagd, erforderlich.

Voraussetzungen[↑]

Der Jagdschein wird von der unteren Jagdbehörde ausgestellt bzw. verlängert, wenn der Antragsteller

  • die Jägerprüfung erfolgreich absolviert hat, was die Teilnahme an einem umfangreichen Lehrgang mit mindestens 60 Stunden Theorie und 60 Stunden Praxis sowie das Bestehen einer sich hieran anschließenden umfangreichen staatlichen Prüfung voraussetzt;
  • den Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 500.000 € für Personenschäden und 50.000 € für Sachschäden nachweist,
  • die persönliche Zuverlässigkeit nach dem Waffengesetz besitzt und
  • das Mindestalter von 18 Jahren für den Jagdschein bzw. 16 Jahren für den mit einigen Einschränkungen verbunden Jagdschein erreicht hat.

Gültigkeitsdauer[↑]

Der Jagdschein kann entweder als Tagesjagdschein (mit einer Gültigkeitsdauer von 14 Tagen) oder als Jahresjagdschein (mit einer Gültigkeitsdauer von einem, zwei oder drei Jahren) gelöst werden.

Rechte des Inhabers[↑]

Der gültige Jagdschein berechtigt seinen Inhaber

  • zum Erwerb von Langwaffen (von Gewehren, also von Büchsen und Flinten) nach § 19 BJagdG erlaubt sind. Der Waffenerwerb muss vom Jagdscheininhaber binnen zweier Wochen zur Eintragung in die Waffenbesitzkarte angemeldet werden. Zum Erwerb von Kurzwaffen (Pistolen oder Revolver) berechtigte Jagdschein dagegen nicht, hierfür ist ein Voreintrag in der Waffenbesitzkarte erforderlich;
  • zum Erwerb von Munition für Langwaffen; zum Erwerb von Munition. die ausschließlich für Kurzwaffen Verwendung findet, ist dagegen ein Voreintrag in der Waffenbesitzkarte erforderlich;
  • zur Jagd und zur Wahrnehmung des Jagdschutzes,
  • zur Führen von Waffen im Zusammenhang mit der Jagd,
  • zur Untersuchung des Fleisches von selbsterlegtem Wild und – sofern es keine verdächtige Merkmale aufweist –  dessen Freigabe für den Handel; bei fleischfressenden Wildwie etwa Wildschweinen ist allerdings stets eine amtliche Trichinenschau erforderlich;
  • bei in Naturschutzgebieten gelegenen Revieren zur Wahrnehmung der hoheitlichen Aufgaben eines Naturschutzwartes, sofern der Jäger auch über eine forstliche Ausbildung verfügt.

 
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