Jagdgenossenschaft

Jagd­ge­nos­sen­schaf­ten sind nach der Defi­ni­ti­on der deut­schen Jagd­ge­set­ze Zusam­men­schlüs­se der Eigen­tü­mer aller Flä­chen einer Gemein­de, die zu einem gemein­schaft­li­chen Jagd­be­zirk gehö­ren. Zu einem sol­chen gemein­schaft­li­chen Jagd­be­zirk gehö­ren alle Grund­flä­chen der Gemein­de, die nicht zu einem Eigen­jagd­be­zirk gehö­ren und eine gewis­se Min­dest­flä­che auf­wei­sen. Die­se Min­dest­flä­che beträgt in den meis­ten Bun­des­län­dern 150 ha, eini­ge Bun­des­län­der haben die Min­dest­flä­che aber auch auf bis zu 250 ha her­auf­ge­setzt.

Jagdgenossenschaft

Die Jagd­ge­nos­sen­schaf­ten sind Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts. Sie ent­ste­hen kraft Geset­zes, für ihre Grün­dung bedarf es weder eines Beschlus­ses noch sonst eines Grün­dungs­ak­tes. Die Mit­glied­schaft der Eigen­tü­mer der jewei­li­gen Grund­stü­cke ent­steht eben­falls kraft Geset­zes, ein Aus­tritt ist nicht mög­lich. Die­se Zwangs­mit­glied­schaft aller Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ist, wie das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Jahr 2006 ent­schie­den hat, ver­fas­sungs­ge­mäß1.

Die Jagd­ge­nos­sen­schaft kann ihren Jagd­be­zirk in Eigen­re­gie beja­gen. Üblich ist jedoch, dass sie die Jagd in ihrem gemein­schaft­li­chen Jagd­be­zirk an einen Jäger ver­pach­tet.

Ent­schei­dun­gen trifft die Jagd­ge­nos­sen­schaft grund­sätz­lich nach dem Prin­zip der dop­pel­ten Mehr­heit: Für einen wirk­sa­men Beschluss bedarf es stets sowohl einer Mehr­heit der abge­ge­be­nen Stim­men wie auch einer Mehr­heit der hin­ter den abge­ge­be­nen Stim­men ste­hen­den Flä­che.

Der Ertrag aus der Jagd­pacht ist an die Mit­glie­der der Jagd­ge­nos­sen­schaft, die Jagd­ge­nos­sen, zu ver­tei­len. Ver­tei­lungs­maß­stab sind dabei die jewei­li­gen Grund­stücks­flä­chen. Inso­weit steht den Jagd­ge­nos­sen ein Aus­kehr­an­spruch gegen die Jagd­ge­nos­sen­schaft zu.

  1. BVerfG, Beschluss vom 13.12.2006 — 1 BvR 208405 []