Jagdbehörden

Die Jagdbehörden, also die örtlich und sachlich für den Vollzug der jagdrechtlichen Vorschriften zuständigen Verwaltungsbehörden, sind grundsätzlich Behörden der einzelnen Bundesländer. Dies gilt auch für den Vollzug des Bundesjagdgesetzes: auch der Vollzug dieses Bundesgesetzes ist grundsätzlich Angelegenheit des jeweiligen Bundeslandes, so dass etwa auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz keine Jagdbehörde ist.

Jagdbehörden

in den einzelnen Bundesländern ist die Jagdverwaltung teilweise unterschiedlich geregelt. Allgemein gilt jedoch:

  • allgemeine Jagdverwaltung obliegt zunächst der “Unteren Jagdbehörde“, die örtlich für das Gebiet eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt zuständig ist.
  • Darüber angesiedelt ist eine ” Höhere Jagdbehörde“, in einigen Bundesländern auch als “Obere Jagdbehörde” oder “Mittlere Jagdbehörde” bezeichnet, deren Zuständigkeitsbereich gewöhnlich den jeweiligen Regierungsbezirk entspricht.
  • Die ” Oberste Jagdbehörde” schließlich ist für das gesamte Bundesland zuständig. Sie hat in der Regel aber nur vereinzelte Verwaltungsbefugnisse, ist dafür aber regelmäßig für landesweit bedeutsame jagdrechtliche oder jagdpolitische Aufgaben zuständig.

So ist etwa im Freistaat Bayern:

  • die Oberste Jagdbehörde das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Abteilung R4), während
  • die Oberen Jagdbehörden bei den sieben Regierungen der jeweiligen Regierungsbezirke angesiedelt ist.
  • Untere Jagdbehörden schließlich sind die Landkreise und die Bezirksämter der kreisfreien Städte.

In Hessen ist

  • Oberste Jagdbehörde das Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Abteilung Forsten und Naturschutz), während
  • Obere Jagdbehörde mit landesweiter Zuständigkeit das Regierungspräsidium Kassel mit zwei Dezernaten in Darmstadt und Gießen ist.
  • Untere Jagdbehörden sind auch in Hessen wiederum die Landkreise und die kreisfreien Städte.

Komplizierter ist dagegen die Situation in Nordrhein-Westfalen. Hier ist

  • Oberste Jagdbehörde das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.
  • Als Obere Jagdbehörde fungiert heute der zum 1. Januar 2005 gegründete “Landesbetrieb Wald und Holz NRW”, der aus der bisherigen höheren Forstbehörde NRW sowie den bisherigen staatlichen Forstämtern und den bisherigen Forstämtern der Landwirtschaftskammer sowie den Jugendwaldheimen besteht.
  • Zuvor waren Obere Jagdbehörden die “Dezernate 50” der Bezirksregierugnen, die am 1. Januar 2007 zusammen mit der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten, dem Landesumweltamt und dem Landesamt für Ernährung und Jagd zum Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen zusammengefasst wurden. Dieses Landesamt ist zwar keine Jagdbehörde mehr, einige seiner Fachgebiete sind aber auch heute noch für die Jagd relevant.
  • Untere Jagdbehörden schließlich sind auch in Nordrhein-Westfalen wieder die Kreise und die kreisfreien Städte.