Hund statt Fuchs – und der Jagdschein ist futsch

Die ver­se­hent­li­che Tötung eines Hun­des, den ein Jäger mit einem Fuchs ver­wech­selt hat­te, recht­fer­tigt die Ein­zie­hung des Jagd­schei­nes. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richts Leip­zig den Antrag eines Jägers im vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren abge­lehnt, der sich gegen die sofor­ti­ge Voll­zie­hung der Ein­zie­hung sei­nes Jagd­scheins gewandt hat.

Hund statt Fuchs – und der Jagdschein ist futsch

Am Nach­mit­tag des 26. Janu­ar 2009 töte­te der 70jährige Antrag­stel­ler bei der Jagd von einem Hoch­sitz aus einen Hund der Ras­se Gol­den Retrie­ver, wobei er im Nach­gang angab, er habe die­sen für einen Fuchs gehal­ten.

Nach­dem der Land­kreis Leip­zig zunächst ein Ver­wal­tungs­ver­fah­ren zur Ent­zie­hung des Jagd­scheins ein­ge­lei­tet hat­te, wur­de die­ses im Som­mer 2009 ein­ge­stellt. Auf Wei­sung der Auf­sichts­be­hör­de, des Staats­be­trieb Sach­sen­forst, erklär­te der Land­kreis Leip­zig sodann nach § 18 BJagdG i.V.m. § 17 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 Nr.1 BJagdG den Jag­schein des Antrag­stel­lers unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung für ungül­tig, ver­füg­te des­sen Ein­zie­hung und ver­pflich­te­te den Antrag­stel­ler zur unver­züg­li­chen Rück­ga­be. Zur Begrün­dung wur­de aus­ge­führt, es lägen Anhalts­punk­te vor, dass der Antrag­stel­ler Waf­fen oder Muni­ti­on künf­tig leicht­fer­tig ver­wen­den wer­de. Die Umstän­de der Tötung des Hun­des recht­fer­tig­ten die­se Ein­schät­zung.

Der Jäger leg­te hier­ge­gen Wider­spruch ein und stell­te einen Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz zum Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig. Er trug vor, er habe den sich im Schnee wäl­zen­den Hund für einen Fuchs hal­ten dür­fen, da die­ses ein für Füch­se typi­sches Ver­hal­ten dar­stel­le. Die Ver­wechs­lung und der ein­ma­li­ge Vor­fall recht­fer­tig­ten es nicht, ihn für leicht­fer­tig zu hal­ten.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig hat die Ableh­nung des Antrags damit begrün­det, dass der Bescheid recht­mä­ßig sei und der Antrag­stel­ler kein schutz­wür­di­ges Inter­es­se dar­an habe, bis zu einer Ent­schei­dung im noch nicht anhän­gi­gen Kla­ge­ver­fah­ren von den Wir­kun­gen des Beschei­des ver­schont zu blei­ben und wei­ter jagen zu dür­fen. Der Antrag­stel­ler habe die an einen Jäger zu stel­len­den Anfor­de­run­gen in beson­ders schwe­rem Maße ver­letzt. Auch die zwi­schen­zeit­li­che Ein­stel­lung des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens begrün­de kein recht­li­ches Hin­der­nis für die spä­te­re Ein­zie­hung des Jagd­scheins.

Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig, Beschluss vom 17. Sep­tem­ber 2009 – 5 L 33509