Hege

Die Hege bezeich­net im Jagd­recht alle die­je­ni­gen Maß­nah­men, wel­che die Lebens­grund­la­ge des Wildess betref­fen. Sie ist ein Grund­ele­ment der Waid­ge­rech­tig­keit.

Hege

Das jagd­recht­li­che Hege­be­bot ver­pflich­tet die Jäger, der Arten­viel­falt des Wil­des nicht zu scha­den. Die­se Pflicht umfasst alle Wild­ar­ten, auch sol­che, etwa durch eine Schon­zeit­re­ge­lung dau­er­haft nicht gejagt wer­den kön­nen. Viel­fach erfolgt in die Hege auch durch Hege­ge­mein­schaf­ten, in denen Jäger regio­nal zusam­men­ge­schlos­sen sind.

Ein jagd­män­ni­sches Ver­ständ­nis der Hege fin­det sich bereits seit dem Mit­tel­al­ter, als die Hege in den „Bann­fors­ten” aus­ge­übt wur­de. Dort er dien­te sie einer­seits den Schutz der Wild­ar­ten vor einer Über­ja­gung, indem träch­ti­ge und brü­ten­de Wild­tie­re geschützt wur­den. Gleich­zei­tig dien­te sie aber auch einer Ver­bes­se­rung der Jagd­mög­lich­kei­ten in den könig­li­chen Bann­fors­ten. Eine der bekann­tes­ten Ant­wor­ten, von denen etwa der Sach­sen­spie­gel berich­tet, war der Harz.

Aus dem Grund­an­lie­gen, die Wild­tier­be­stän­de zu erhal­ten oder gar wie­der zu stär­ken, ent­stan­den in der Neu­zeit  die Jagd­ge­set­ze.

Auch in unse­rer heu­ti­gen Zeit ist das Ver­ständ­nis der Hege einem Wan­del unter­wor­fen: Auf­grund der im 20. Jahr­hun­dert begin­nen­den Ver­brei­tung von neu­en Wild­ar­ten wie etwa dem Mar­der­hund umfasst die Hege heut­zu­ta­ge auch Maß­nah­men für boden­stän­di­ge, hei­mi­sche Wild­tier­ar­ten. Auch das ver­stärk­te Auf­tre­ten von Tier­seu­chen wie ins­be­son­de­re der Toll­wut und der Schwei­ne­pest hat seit eini­gen Jahr­zehn­ten Ein­fluss auf die für erfor­der­lich ange­se­he­nen Hege­maß­nah­men.

Heu­te ist die Hege zuneh­mend aus­ge­rich­tet auf den Schutz der jewei­li­gen Wild­art bei Berück­sich­ti­gung der wei­te­ren Nut­zungs­an­sprü­che an die Kul­tur­land­schaft.

Nach dem heu­ti­gen Bun­des­jagd­ge­setz ist die Hege aus­ge­rich­tet „auf den Erhalt eines den land­schaft­li­chen und lan­des­kul­tu­rel­len Ver­hält­nis­sen ange­pass­ten, arten­rei­chen und gesun­den Wild­tier­be­stan­des sowie die Pfle­ge und Siche­rung sei­ner Lebens­grund­la­gen”, wobei die ord­nungs­ge­mä­ße land­wirt­schaft­li­che, forst­wirt­schaft­li­che oder fische­rei­wirt­schaft­li­che Nut­zung mög­lichst wenig beein­träch­tigt und ins­be­son­de­re auch die Wild­schä­den durch geeig­ne­te Hege­maß­nah­men mög­lichst gering gehal­ten wer­den sol­len.

So ist die Beja­gung heu­te gesetz­lich gere­gelt, sie soll der öko­lo­gi­schen Kon­trol­le der Popu­la­ti­on die­nen. Die Hege­vor­schrif­ten des Bun­des­jagd­ge­set­zes umfas­sen auch die Ver­ord­nung von Schon­zei­ten eben­so wie die Auf­stel­lung und Kon­trol­le von Abschuss­plä­nen sowie die Beschrän­kung der Füt­te­rung von Wild­tie­ren auf soge­nann­te Not­zei­ten.

Eine wei­te­re jagd­recht­lich vor­ge­se­he­ne Maß­nah­me der Hege ist das Errich­ten soge­nann­ter Äsungs­flä­chen sowie von Ruhe­zo­nen und Deckung für die Wild­tie­re. Hier­zu müs­sen in land­wirt­schaft­lich inten­siv genutz­ten Regio­nen Flä­chen aus der land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung her­aus­ge­löst und dem Hege­ziel ent­spre­chend ange­passt wer­den.