Deutsche Buchenwälder sind Weltnaturerbe

Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 35. Sitzung in Paris entschieden, die “Alten Buchenwälder Deutschlands” in die Liste des Welterbes einzuschreiben. Die Buchenwälder stehen damit auf einer Stufe mit weltweit so bedeutenden Stätten wie dem Yellowstone Nationalpark, den Galapagos Inseln oder dem Wattenmeer. Die Aufnahme der Buchenwälder in die Liste des Welterbes hatte Deutschland vor 1½ Jahren beantragt.

Deutsche Buchenwälder sind Weltnaturerbe

Das UNESCO-Welterbeübereinkommen stellt herausragende, einmalige Natur- und Kulturgüter unter weltweiten Schutz. Nach der Fossilienfundstätte Grube Messel (eingeschrieben 1995) und dem Wattenmeer (2009) sind die Buchenwälder die dritte Weltnaturerbestätte in Deutschland.

Nationalpark JasmundDie jetzt ausgewiesenen Gebiete repräsentieren die wertvollsten Relikte großflächiger naturbelassener Buchenwälder in Deutschland. Sie ergänzen das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe Buchenurwälder der Karpaten, mit denen die deutschen Gebiete nun eine gemeinsame Stätte bilden.

Bei den nun als Weltnaturerbe anerkannten Buchenwäldern handelt es sich um ausgewählte Waldflächen in fünf Schutzgebieten:

Nationalpark Jasmund

Der Nationalpark Jasmund liegt im Nordosten der Insel Rügen auf der Halbinsel Jasmund. Mit seiner Fläche von 3.003 ha ist er der kleinste Nationalpark Deutschlands.

Der Nationalpark Jasmund besteht aus dem mit ursprünglichem Buchenwald bestockten Höhenrücken der Stubnitz nördlich der Hafenstadt Sassnitz einschließlich der Kreide-Kliffküste und eines 500 Meter weit in die Ostsee hinein reichenden Wasserstreifen. Ebenfalls zum Nationalpark Jasmund gehören die ehemaligen Quoltitzer Kreidebrüche.

Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)

Der jetzt zum Weltnaturerbe erhobene östliche Teil des Müritz-Nationalparks liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt Neustrelitz und bildet den Übergang von der Mecklenburgischen Seenplatte zur Feldberger Seenlandschaft.

Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)

Das UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin entstand in der Nachwendezeit 1990 im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR 1990. Das nördlich von Berlin gelegene Biospährenreservat Schorfheide-Chorin umfasst die Choriner Endmoränenlandschaft mit dem Parsteiner See und dem Grumsiner Forst, der Niederoderbruch und die Neuenhagener Oderinsel, die Britzer Platte, die Werbellin – Joachimsthaler Moränenlandschaft, die Schorfheide, die Poratzer Grund- und Endmoränenlandschaft, die Grund- und Endmoränenlandschaft um Melzow und Greiffenberg, die Ackerlandschaft Gerswalde – Stegelitz und das Templiner Seengebiet.

Ein Teil dieses Biosphärenreservats ist der jetzt zum Weltnaturerbe erklärte Grumsin, ein seit 20 Jahren nicht mehr genutzter Buchenwald in der Nähe von Angermünde und Joachimsthal. In den Senken des Grumsins finden sich niederschlagswassergespeiste Seen, Sölle und Verlandungsmoore, die von eiszeitlichen Endmoränenzügen getrennt sind. Hier finden sich auch noch Flattergras-Buchenwälder, die als Reste der großflächigen Buchenbestände gelten, die es früher in Mitteleuropa gegeben hat.

Nationalpark Hainich (Thüringen)

Der 75 km² große thüringische, östlich der Werra gelegene Nationalpark Hainich ist ein Teil des Naturparkes Eichsfeld-Hainich-Werratal, des mit einer Fläche von ca. 160 km² größten zusammenhängenden Laubwaldgebiet Deutschlands.

Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen).

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee im westlichen Teil Nordhessens (etwa 40 km südwestlich von Kassel) bedeckt einen kleinen nördlichen Teil des Kellerwalds. Er umfasst die Bergregion der Ederhöhen, die sich unter anderem südlich des Edersees ausbreitet. Dort findet sich der Hainsimsen-Buchenwald, daneben auf kleineren Flächen auch ein Waldmeister- und Perlgras-Buchenwald. Hinzu kommen eine Vielzahl besonderer Wälder wie Eichen-Trockenwald, Eichen-Hainbuchenwald sowie Blockschutt- und Hangwälder mit Winter- und Sommerlinde und anderen Edellaubhölzern.