Derr Wildverbiss

Ist es in einem Jagd­re­vier zu einem erheb­li­chen Wild­ver­biss gekom­men, darf die Jagd­be­hör­de die Erhö­hung der Abschuss­zahl anord­nen.

Derr Wildverbiss

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in einem Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes, mit dem sich ein Jagd­päch­ter gegen den sofor­ti­gen Voll­zug eines ange­ord­ne­ten erhöh­ten Abschus­ses von Reh­wild gewehrt hat. Nach­dem in einem Wald im Land­kreis Cochem-Zell Biss­schä­den an Bäu­men fest­ge­stellt wor­den waren, gab die Jagd­be­hör­de der Kreis­ver­wal­tung dem Jagd­päch­ter eines unge­fähr 515 ha gro­ßen Reviers für das Jagd­jahr 2013/2014 auf, ins­ge­samt 46 Stück Reh­wild zu erle­gen. Gleich­zei­tig ord­ne­te die Behör­de die sofor­ti­ge Voll­zie­hung des Ver­wal­tungs­ak­tes an. Hier­ge­gen leg­te der Jagd­päch­ter Wider­spruch mit dem Hin­weis ein, auf­grund des gerin­gen Besat­zes sei­nes Reviers mit Reh­wild sei die For­de­rung nicht zu erfül­len. Gleich­zei­tig bean­trag­te der Jagd­päch­ter die Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz sei die Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung bei einer Berück­sich­ti­gung der Inter­es­sen des Jagd­päch­ters und der öffent­li­chen Belan­ge gerecht­fer­tigt. Hier­für spre­che, dass der Jagd­päch­ter mit sei­nem Wider­spruch gegen den Abschuss­plan wohl nicht durch­drin­gen wer­de. Nach den jagd­recht­li­chen Vor­schrif­ten müss­ten bei der Fest­set­zung eines Abschuss­plans auch die berech­tig­ten Belan­ge der Forst­wirt­schaft auf Schutz gegen Wild­schä­den gewahrt blei­ben. Nach der vor­lie­gen­den forst­wirt­schaft­li­chen Stel­lung­nah­me sei es im Jagd­re­vier des Jagd­päch­ters zu einem erheb­li­chen Reh­wild­ver­biss gekom­men. Des­we­gen sei die Erhö­hung der gefor­der­ten Abschuss­zahl nicht zu bean­stan­den. Zwar wen­de der Jagd­päch­ter hier­ge­gen ein, wegen der Nut­zung der Wald­we­ge durch Quads und Mopeds, der schlech­ten Sicht auf­grund der Natur­ver­jün­gung und dem weit­ge­hen­den Feh­len von offe­nen Wild­ä­sungs­flä­chen in sei­nem Revier sei die ange­ord­ne­te Abschuss­zahl nicht zu errei­chen. Jedoch kön­ne die­ses Vor­brin­gen die Anord­nung nicht in Fra­ge stel­len, da der „Frei­zeit­druck” in der forst­be­hörd­li­chen Stel­lung­nah­me als gering ein­ge­stuft wor­den sei und Schwie­rig­kei­ten bei der Jagd die Ver­pflich­tung, Reh­wild­ver­biss am Wald zu ver­mei­den, nicht außer Kraft setz­ten. Da die fest­ge­setz­te Min­dest­ab­schuss­zahl das Inter­es­se am Erhalt eines gesun­den Reh­wild­be­stan­des im Wald eben­falls nicht beein­träch­ti­ge, sei der Abschuss­plan zu befol­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 19. Juli 2013 — 6 L 56613.KO