Der Streit um den Wild­scha­den – und das Gericht muss entscheiden

In einer Wild­scha­dens­sa­che ist nach baye­ri­schem Lan­des­recht eine Zurück­ver­wei­sung der Sache an die Ver­wal­tungs­be­hör­de (§ 35 Satz 1 BJagdG) nicht vor­ge­se­hen. Auch wenn das baye­ri­schem Lan­des­recht unter­lie­gen­de Vor­ver­fah­ren an schwer­wie­gen­den Män­geln lei­det, hat das Gericht daher – gege­be­nen­falls nach Erhe­bung der erfor­der­li­chen Bewei­se – in der Sache selbst zu entscheiden.

Der Streit um den Wild­scha­den – und das Gericht muss entscheiden

Auch wenn das Vor­ver­fah­ren an schwer­wie­gen­den Män­geln lei­det, hat das Beru­fungs­ge­richt – gege­be­nen­falls nach Erhe­bung der erfor­der­li­chen Bewei­se – in der Sache selbst zu ent­schei­den [1] , wobei die Beweis­last beim Anspruch­stel­ler liegt [2] . Denn ein Ersatz­an­spruch bleibt nach ord­nungs­ge­mä­ßer Anmel­dung (§ 34 BJagdG) bestehen, auch wenn das Vor­ver­fah­ren wesent­li­che Män­gel auf­weist [3] .

Das Gericht muss eine eige­ne Sach­auf­klä­rung betrei­ben [4] . Eine Zurück­ver­wei­sung der Sache an die Ver­wal­tungs­be­hör­de (§ 35 Satz 1 BJagdG) ist in Bay­ern nicht (mehr) vor­ge­se­hen (vgl. Art. 7 Abs. 4 des Geset­zes über das Ver­fah­ren in Wild- und Jagd­scha­dens­sa­chen vom 12.08.1953 [GVBl S. 143], Art. 47 Nr. 3, Art. 64 Abs. 3 Bay­JG vom 13.10.1978 [GVBl S. 678] und § 34 Abs. 1 und 2 Nr. 1 AVBay­JG vom 01.03.1983 [GVBl S. 51]).

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Janu­ar 2021 – III ZR 127/​19

  1. Bel­gard in Mitzschke/​Schäfer, BJagdG, 4. Aufl., § 35 Rn. 40; Leon­hardt aaO Art. § 29 Bay­JG Erl. 4 a.E.; vgl. auch Schuck in Schuck, Bun­des­jagd­ge­setz, 3. Aufl., § 35 Rn. 40[ ]
  2. vgl. Schuck, aaO, Rn. 44[ ]
  3. vgl. Wei­gand, Reichs­jagd­ge­setz, 2. Aufl., § 50 Erl. 25c[ ]
  4. Schuck aaO[ ]