Der Jäger schießt den Wolf tot — nicht nur im Märchen

Die Tötung eines Wir­bel­tie­res ohne ver­nünf­ti­gen Grund und die Tat­sa­che, dass fahr­läs­sig nicht erkannt wor­den ist, dass es sich um ein Tier der nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz streng geschütz­ten Art gehan­delt hat, kön­nen die zustän­di­ge Staats­an­walt­schaft zur Bean­tra­gung eines Straf­be­fehls ver­an­las­sen.

Der Jäger schießt den Wolf tot — nicht nur im Märchen

So ist es jüngst von der Staats­an­walt­schaft Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines getö­te­ten Wolfs gesche­hen. Dem 71-jäh­ri­gen Jäger, der am Abend des 20.04.2012 in sei­nem Jagd­re­vier im Wes­ter­wald den Wolf erschos­sen hat, wird vor­ge­wor­fen, ein Wir­bel­tier ohne ver­nünf­ti­gen Grund getö­tet und dabei auch fahr­läs­sig nicht erkannt zu haben, dass es sich um ein Tier der nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz streng geschütz­ten Art han­del­te. Dass der Wolf als sol­cher von dem Jäger nicht erkannt wor­den ist, unter­stellt auch die Staats­an­walt­schaft. Als sorg­falts­wid­rig und damit fahr­läs­si­ge Ver­wirk­li­chung des Straf­tat­be­stan­des nach dem Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz wird aber gese­hen, dass trotz Sicht­be­hin­de­rung wegen schon ein­ge­setz­ter Däm­me­rung und trotz unge­nü­gen­der Unter­rich­tung über Beson­der­hei­ten im Revier die Schuss­ab­ga­be erfolg­te. Über einen im Wes­ter­wald gesich­te­ten Wolf war zuvor umfang­reich und auch über­re­gio­nal berich­tet wor­den. Hin­zu kommt, dass die Vor­aus­set­zung für die nach dem Lan­des­jagd­ge­setz jagd­aus­übungs­be­rech­tig­ten Per­so­nen grund­sätz­lich ein­ge­räum­te Befug­nis, wil­dern­de Hun­de zu töten, nicht vor­lag. Der Abschuss erfolg­te nicht, als das Tier Wild jag­te, son­dern erst danach. Der Tat­vor­wurf betrifft des­halb auch einen Ver­stoß gegen das Tier­schutz­ge­setz.

Gegen den antrags­ge­mäß vom Straf­rich­ter des Amts­ge­richts Mon­ta­baur erlas­se­nen Straf­be­fehl, der das Straf­ver­fah­ren im schrift­li­chen Weg mit einer Geld­stra­fe been­det hät­te, ist recht­zei­tig Ein­spruch ein­ge­legt wor­den.

Staats­an­walt­schaft Koblenz — Js 2382012